Der Beruf des Übersetzers gehört zu denjenigen Berufen dieser Welt, in denen besonders viele Freelancer arbeiten. Das Internet hat ihnen dafür die idealen Voraussetzungen geschaffen. Die zu übersetzenden Texte erreichen den Übersetzer via E-Mail und er macht sich Zuhause an seine Arbeit. Das Ergebnis dieser Arbeit wird anschließend wiederum via E-Mail verschickt. Sein Auftraggeber kann in Großbritannien, Indien, Japan, Frankreich… sitzen, während er drei Zimmer in Hamburg, Kassel, München, Berlin bewohnt oder gerade auf einer griechischen Insel verweilt. Solch ein Arbeiten hat Vorteile. Und es hat Nachteile. Wie eigentlich alles im Leben.
Die Tätigkeit eines Übersetzers kann sowohl als Festanstellung wie als freiberufliche Tätigkeit lukrativ sein. In einer Welt, in der globaler Handel stetig wächst, ist das Übersetzen von Information aus einer Sprache in die andere unabdingbar. Wer hierfür die richtigen Qualifikationen mitbringt, muss sich um einen möglichen Mangel an Arbeit keine Sorgen machen. Kann man gar sprachliche Spezialisierungen anbieten und kennt sich etwa als Deutscher mit medizinischen, juristischen oder technischen Fachbegriffen in einer anderen Sprache aus, wird der Verdienst schnell auch einmal überdurchschnittlich. Eine grundsätzliche Entscheidung für einen Übersetzer betrifft das Umfeld seiner Arbeit: Soll er sich um eine feste Anstellung bemühen oder als Freiberufler beispielsweise — wie bereits beschrieben — von Zuhause aus arbeiten?
Freiberuflichkeit oder Festanstellung? Auch für den Übersetzer gibt es keine allgemeingültigen Antworten.
Freiberuflichkeit als Übersetzer für Pessimisten
Im Prinzip gelten bei der freiberuflichen Tätigkeit als Übersetzer dieselben Nachteile wie bei allen anderen freiberuflichen Tätigkeiten.
• Das monatliche Einkommen ist in der Regel unterschiedlich hoch und macht die finanzielle Planung schwieriger. Monate mit hohen Einnahmen sollte man daher nutzen, um Rücklagen zu bilden, mit denen sich Zeiten niedrigen Einkommens überbrücken lassen.
• Die regelmäßige Versorgung mit Arbeit ist mitunter schwieriger als bei Angestellten. Manche Freelancer haben Verträge, die ihnen eine Mindestarbeit pro Woche und damit auch relativ verlässliche Einnahmen sichern. Wer das nicht hat, muss letztlich immer damit rechnen, dass das hohe Auftragsvolumen eines Auftraggebers plötzlich abnimmt, was auch sinkende Einnahmen bedeutet. Ohne Vertragsbindung ist es daher meist sinnvoller, auf mehrere kleinere Kunden als auf zwei, drei große zu bauen. Fällt etwa bei drei Großkunden mit gleichem Auftragsvolumen und gleicher Bezahlung einer aus, so müssen Sie sofort den Ausfall von 33 Prozent Ihrer Einnahmen kompensieren.
• Die Freiberuflichkeit als Übersetzer mit Telearbeit kann eine einsame Tätigkeit sein. Wer aus einem Angestellten-Dasein etwa zur Telearbeit als Übersetzer wechselt, dem fehlen mitunter genau die „nervigen“ Kollegen, über die er sich zuvor täglich aufgeregt hat.
• Die finanziellen Abgaben und die Absicherung für den Krankheitsfall: Das sind Dinge, die der Freelancer selbst lösen muss und für die er Zeit einzuplanen hat.
Für viele Menschen sind das tatsächlich deutliche Nachteile eines Lebens als Freelancer, wobei einige die komplette Selbstorganisation bei der Arbeit auch als Vorteil einschätzen. Es gibt Menschen, denen bereitet es Spaß, ihr eigenes kleines Ein-Mann-Unternehmen aufzubauen, Werbung zu organisieren und neue Auftraggeber zu akquirieren. Man trägt Verantwortung für sein Mini-Unternehmen: Ob das als Last oder Lust empfunden wird, ist und bleibt wohl abhängig vom jeweiligen Typ Mensch.
Freiberuflichkeit als Übersetzer für Optimisten
Der vielleicht größte Vorteil der Freiberuflichkeit liegt auch beim freiberuflichen Übersetzer im Wort selbst: Freiheit. Er ist freier in der Organisation seiner Arbeit. Das bedeutet:
• Wenn er seine Arbeit unterbrechen möchte, um spontan einkaufen zu gehen, kann er das tun, solange die Deadlines (Abgabetermine) seiner Arbeit eingehalten werden. Er kann den Dienstag oder Mittwoch zum arbeitsfreien Sonntag ernennen, wenn er möchte, muss allerdings den Sonntag dafür mitunter zum Arbeitstag erklären. Die Freiheit, flexibler als Angestellte zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu wechseln, bedeutet jedoch meistens nicht, dass der Freelancer wöchentlich weniger arbeitet als Angestellte. Wer als etablierte und kompetente Kraft gilt und entsprechend verdient, hat hier allerdings größere Chancen, sich ab und an auch einmal eine 25-Stunden-Woche zu gönnen. Der Weg dahin ist meistens jedoch weit.
• Als freiberuflicher Übersetzer mit Tele-Arbeitsplatz gewinnt man räumliche Freiheit. Die Voraussetzungen für die eigene Arbeit bestehen aus einem internetfähigen Computer (auch Laptops zählen dazu) und einem möglichst verlässlichen Internetanschluss. Arbeiten kann man überall dort, wo diese Bedingungen erfüllt sind. Das heißt: Wer gerade Fernweh verspürt, ohne Urlaub machen zu können, verlagert seinen Arbeitsplatz vielleicht spontan für eine Woche von Köln nach Andalusien. Dort arbeitet er wie gewohnt, gönnt sich aber abends eine Paella und einen Strandspaziergang oder ein abendliches Bad im Meer. Freiberuflichkeit hat ihre Nachteile, keine Frage. Vielleicht sollte man die Vorteile deshalb besonders gut ausnutzen?
Wie startet man als freiberuflicher Übersetzer?
Absolute Grundvoraussetzung für einen Start als freiberuflicher Übersetzer ist natürlich die perfekte Beherrschung von mindestens zwei Sprachen. Bestenfalls besitzt man zudem bereits das eingangs erwähnte finanzielle Polster, um Durststrecken zu überwinden, und hat einige Auftraggeber, die einen regelmäßig mit Aufträgen versorgen. Lingo24 kann beispielsweise immer gute Leute gebrauchen. Freiberuflichkeit oder Festanstellung – wie immer Sie sich entscheiden: Wir wünschen Ihnen eine gute Entscheidung.

